Made in Europe für E-Autos: Was der Deal für Tesla-Käufer bedeutet
Ein „Made in Europe“-E-Auto soll nach dem Willen von Deutschland und Frankreich künftig Vorrang bekommen, wenn öffentliches Geld im Spiel ist. Die gemeinsame Erklärung beider Regierungen wurde am 16. Oktober veröffentlicht. Geltendes Recht ist das noch nicht. Rat und Parlament der EU müssen zustimmen, und die Schwellen sollen laut EUobserver ab 2028 greifen.
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Made in Europe für E-Autos: was vereinbart wurde
Die Erklärung selbst enthält keine Zahlen. Paris und Berlin schreiben darin, dass die Autos von morgen in Europa produziert werden sollen. Bundesumweltminister Carsten Schneider will europäische Produktion bei Förderprogrammen und öffentlicher Beschaffung künftig „deutlich bevorzugen“.
Die konkreten Schwellen stammen aus Medienberichten über das Papier hinter der Erklärung. Laut EUobserver muss ein Auto ab 2028 in Europa montiert sein. Dazu kommen mindestens 70 Prozent der Wertschöpfung bei den Komponenten, wobei die Batterie nicht mitzählt. Die Schwellen sollen sich mit der Zeit verschärfen, in welchen Schritten, ist öffentlich nicht bekannt.
Euronews nennt eine weitere Schwelle: Mindestens 10 Prozent des Batterieinhalts sollen aus europäischen Quellen kommen. Diese Zahl findet sich bisher nur bei Euronews.
Gelten soll das laut EUobserver für den geförderten Kauf und das geförderte Leasing, ebenso für die geförderte Miete. Auch Behörden sollen dann nur noch Autos beschaffen, die die Schwellen schaffen.
Länder außerhalb der EU könnten mitzählen. Euronews nennt Norwegen, Island, die Schweiz und Großbritannien. Sie müssten dafür Abkommen mit der EU schließen. RFI zählt europäische Partner dazu, die am 1. Januar 2020 Teil des EU-Binnenmarkts waren. POLITICO zitiert einen Vertreter des Élysée, wonach Großbritannien und die Schweiz unter bestimmten Bedingungen einbezogen werden können. Welche Länder am Ende dabei sind, steht damit noch nicht fest.
Was für Model Y Juniper und Model 3 folgt
Das Model Y Juniper läuft im Werk in Grünheide vom Band. Laut Jahresabschluss 2025 der Tesla Manufacturing Brandenburg SE fertigt das Werk ausschließlich dieses Modell.
Die Montage in Europa wäre beim Model Y Juniper also gegeben. Ob es auch die Schwellen bei Komponenten und Batterie schafft, sagt bisher keine Quelle. Eine Stellungnahme von Tesla zum Deal ist nicht bekannt.
Besonders offen ist die Batterie. Laut electrive hat Tesla in Grünheide bisher LFP-Zellen von CATL und NCM-Zellen von LG Energy Solution verbaut. Wo diese Zellen gefertigt werden, nennt der Bericht nicht. Ab etwa 2027 will Tesla eigene Zellen vor Ort herstellen, mehr dazu bei der eigenen 4680-Zellfertigung in Grünheide.
Laut chinaelektro.de kommen die Model 3 für Europa aus der Gigafactory Shanghai, das gilt auch für das Model 3 2026. Reuters bezeichnet das Werk als Teslas wichtigsten Exportstandort für Europa. Falls die Regel so beschlossen wird, erfüllt ein Model 3 aus Shanghai ab 2028 die von EUobserver beschriebene Montagebedingung nicht.
Gibt es künftig eine Tesla-Förderung für das Model Y Juniper aus Grünheide, und was wird aus dem Model 3? Beantworten lässt sich beides heute nicht. Zur laufenden E-Auto-Förderung 2026 schreibt das Bundesumweltministerium, dass der Vorschlag der EU-Kommission keine unmittelbaren Auswirkungen auf die aktuelle Förderfähigkeit hat. Zur Erklärung vom 16. Oktober selbst äußert sich diese Auskunft nicht.
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Verbrenner-Aus 2035: was sich beim CO₂-Ziel ändern soll
Im Gegenzug soll das Verbrenner-Aus weicher ausfallen. Nach den ursprünglichen EU-Regeln müssen die Flottengrenzwerte für neue Autos laut Euronews ab 2035 eine Senkung der CO₂-Emissionen um 100 Prozent bringen. Die EU-Kommission hat im Dezember 2025 vorgeschlagen, das Ziel auf 90 Prozent zu senken. Die restlichen 10 Prozent sollten Hersteller laut RFI über emissionsarmen Stahl und alternative Kraftstoffe ausgleichen.
Deutschland und Frankreich wollen laut Euronews und RFI bei minus 90 Prozent bis 2035 bleiben, ohne Ausgleich für die übrigen 10 Prozent. Laut RFI sollen Autos mit erneuerbaren Kraftstoffen außerdem als emissionsfrei gelten können. Schneider spricht ohne Zahl von „etwas mehr Spielraum bei den CO₂-Werten“.
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Was noch offen ist
Damit aus der gemeinsamen Position zweier Regierungen Recht wird, müssen laut RFI die übrigen EU-Staaten und das Europäische Parlament zustimmen. Laut EUobserver wollen Paris und Berlin die Auto-Regeln aus dem Industrial Accelerator Act herauslösen und beide Teile so schnell wie möglich gleichzeitig beschließen lassen. Für das Industriegesetz insgesamt hofft die irische Ratspräsidentschaft laut EUobserver auf eine Einigung bis Mitte November. Über den CO₂-Vorschlag der Kommission stimmt das Parlament laut Euronews am 23. November im Plenum ab.
Die genauen Schwellen und der Kreis der Partnerländer stehen noch nicht fest. Verbindliche Vorgaben entstehen laut Bundesumweltministerium erst, wenn ein EU-Rechtsakt beschlossen ist und in Kraft tritt.
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Fazit
Made in Europe für E-Autos ist bisher ein Vorschlag aus Paris und Berlin. Laut EUobserver ist ein Start ab 2028 geplant, beschließen müssen ihn Rat und Parlament. Das Model Y Juniper aus Grünheide würde die Montagebedingung erfüllen, die übrigen Schwellen sind offen. Das Model 3 kommt aus Shanghai. Tesla-Käufer, die heute bestellen, kaufen unter den geltenden Regeln. Verbindlich werden Vorgaben laut Bundesumweltministerium erst mit einem EU-Rechtsakt.
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Quellen
- Élysée: Déclaration de presse conjointe franco-allemande sur l’avenir de l’industrie automobile européenne (16.10.2026)
- BMUKN: Carsten Schneider zur deutsch-französischen Positionierung zur CO₂-Regulierung von Pkw und zu neuen Made-in-Europe-Regeln (16.10.2026)
- BMUKN: Fragen und Antworten zur Förderung von E-Autos
- EUobserver: Germany and France want own Made in Europe rules for cars (16.10.2026)
- Euronews: France and Germany strike car-industry deal (16.10.2026)
- RFI: France and Germany strike deal to boost Europe’s struggling car industry (16.10.2026)
- POLITICO: France, Germany strike bargain on Made in Europe, car emissions (16.10.2026)
- Tesla Manufacturing Brandenburg SE: Jahresabschluss 2025
- electrive: Tesla expands Grünheide battery cell plans to 18 GWh annually (13.05.2026)
- chinaelektro.de: Tesla Model 3 mit Update: Kommt es nach Deutschland?
- Reuters: Tesla’s China operations, the EV maker’s global production powerhouse (31.07.2026)
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