Neuer Tesla Roadster: Was die Flug-Show für die Branche bedeutet

Der neue Tesla Roadster ist endlich vorgestellt, und er kann in einer Version tatsächlich abheben. In der Nacht auf den 16.10. hat Tesla ab 02:55 deutscher Zeit auf dem SpaceX-Gelände in McGregor, Texas, drei Varianten gezeigt. Vor dem Event hat @EddiVolutionDE gefragt, ob es nach all den Verschiebungen „diesmal endlich einen klaren Zeitplan für Produktion und Auslieferung“ gibt. Genau diese Frage nehme ich mit: Was ist nach der Flug-Show konkret zugesagt?

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Was Tesla beim Roadster gezeigt hat

Die Show dauerte laut The Verge weniger als 30 Minuten. Ursprünglich war sie für den 1. Oktober geplant, ein Unwetter hat sie laut TechCrunch verschoben. Wer meinen Vorbericht zum Roadster-Reveal gelesen hat, kennt den alten Termin noch.

Auf der deutschen Tesla-Seite stehen jetzt drei Versionen:

  • Performance gibt es nach Reservierung. Zwei Sitze, aktive Aerodynamik und ein Multi-Modus-Saugsystem, das den Wagen auf die Straße drückt.
  • Thrust kommt als limitierte Auflage. Dazu gehören Kaltgastriebwerke im Heck. Laut Herstellerangabe auf tesla.com beschleunigt Thrust in unter 1 Sekunde von 0 auf 100.
  • Rocket gibt es nur auf Einladung. Ein Sitz, Kaltgastriebwerke rundum, und laut Tesla gilt: „Also ja, er kann fliegen.“ Tesla schreibt dazu selbst, dass diese Version nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen ist und womöglich nicht in allen Regionen angeboten wird.

In der Demo fuhr ein Roadster laut TechCrunch kopfüber an einer Rampe, gehalten vom Saugsystem. Danach folgte ein kurzer Flug über eine Reihe von Tesla-Fahrzeugen samt Landung. Die Düsen arbeiten laut Car and Driver mit Druckluft, die das Auto selbst in seine Tanks lädt. Das Kaltgas-Paket ist das, was viele schon länger „SpaceX-Paket“ nennen.

Was beim Tesla Roadster wirklich zugesagt ist

Die belastbare Liste ist kurz.

Reservieren kannst du den Tesla Roadster laut Tesla-Seite auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Produktion soll 2028 starten. Das hat Musk beim Event angekündigt, berichten Reuters und TechCrunch. Einen offiziellen Tesla-Text mit dieser Jahreszahl habe ich bisher nicht gefunden, also behandle ich 2028 als Ankündigung.

Was fehlt, wiegt schwerer. Den Tesla Roadster Preis hat Tesla noch nicht genannt. Auch die Reichweite ist noch nicht genannt. Einen Liefertermin für die EU gibt es ebenfalls noch keinen. In der Community kursieren dazu Zahlen, die ich bewusst weglasse, weil sie nicht belegt sind.

Auf @EddiVolutionDE bezogen heißt das: Für die Produktion gibt es jetzt eine Jahreszahl aus Musks Mund. Für die Auslieferung bei dir in Deutschland gibt es noch gar nichts. Die Erfahrung seit 2017 rät zur Geduld, denn damals war die Auslieferung für 2020 angekündigt.

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Was der Roadster für die Branche bedeutet

Sportwagen messen sich seit Jahrzehnten an denselben Größen. Beschleunigung, Rundenzeit, Anpressdruck. Tesla verschiebt die Skala mit einer Herstellerangabe von unter einer Sekunde auf 100 km/h so weit, dass ein direkter Vergleich mit Verbrennern kaum noch Sinn ergibt. Ich sehe darin eine Botschaft an die ganze Branche: Der Elektroantrieb hat die Beschleunigungsfrage für sich entschieden, also sucht Tesla eine neue Bühne.

Diese Bühne liegt bei Aerodynamik und Raumfahrttechnik. Ein Saugsystem für den Anpressdruck kennt der Motorsport aus wenigen Ausnahmen, Kaltgas-Thruster kennt er gar nicht. Hier spielt die Verflechtung von Tesla und SpaceX hinein, die Musk seit Jahren pflegt. Meine Einschätzung: Andere Hersteller werden das kaum kopieren. Sie werden aber merken, dass sich die Aufmerksamkeit im Sportwagenmarkt gerade nach Texas verlagert hat.

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Warum der Tesla Roadster Flug-Features bekommt

Die naheliegende Frage lautet: Wozu ein Auto, das fliegen kann, wenn die fliegende Version nicht einmal auf die Straße darf? Eine schöne Antwort kam aus der Community. @mcahogarth schreibt auf X sinngemäß, dass nicht alles danach bemessen wird, ob man sich einen Nutzen für sich selbst vorstellen kann. Manche Dinge baut man, wie in der Kunst, für den Ruhm und für die Herausforderung, sie überhaupt zu bauen.

Das trifft es für mich ziemlich genau. Ich sehe in der Rocket-Version ein Ingenieursstück, das zeigen soll, was geht. Gleichzeitig ist es eine Technikdemo mit klarer Absicht. Saugsystem, Druckluftspeicher und Steuerung sind Technik, die Tesla vorführen will. Ob davon später etwas in Serienautos landet, hat Tesla nicht gesagt, das bleibt Spekulation.

Ein Fahrerauto im FSD-Zeitalter

Am spannendsten finde ich den Widerspruch. Tesla erzählt seit Jahren vom autonomen Fahren, vom Robotaxi und von FSD. Und dann kommt ein Auto, das ausdrücklich zum Selberfahren gebaut ist. Tesla selbst nennt den Roadster auf X „the best of the last human-driven cars“. In einem weiteren Post heißt es knapp: „The last best driver’s car“.

Ich lese das so: Der Roadster ist ein Halo-Produkt. Er soll die Marke emotional aufladen, gerade in einer Phase, in der viele Tesla vor allem als Software- und KI-Firma wahrnehmen. Dazu passt Musks eigene Vision, die er auf X zuspitzt: Der neue Roadster sei „beyond movies, beyond imagination, beyond human, yet still made by humans on Earth“. Ein Auto als Abschiedsgeschenk an das menschliche Fahren, bevor die Software übernimmt. So jedenfalls meine Einschätzung.

Für dich in Deutschland ist die FSD-Frage ohnehin offen. Lies gern nach, wie es um FSD in Deutschland steht und wie weit Bilgers Weg zur EU-Zulassung gekommen ist.

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Fazit

Belegt ist: Es gibt drei Varianten, Performance, Thrust und Rocket. Die Reservierung ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz offen. Rocket hat keine Straßenzulassung. Musk hat die Produktion für 2028 angekündigt. Preis, Reichweite und EU-Liefertermin sind noch nicht genannt.

Alles andere ist Einordnung, und die ist meine: Ich sehe den Tesla Roadster als Halo-Produkt, als Technikdemo mit SpaceX-Handschrift und als bewusst gesetzten Gegenpol zur FSD-Erzählung. Die Antwort auf die Frage von @EddiVolutionDE fällt deshalb halb aus. Für die Produktion gibt es eine Jahreszahl, für deine Auslieferung noch keine.

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Quellen

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