Autonomes Fahren Deutschland: Länder wollen Robotaxi-Tests
Die Verkehrsministerkonferenz der Länder hat am 21. und 22. Oktober 2026 in Hohenschwangau über autonomes Fahren in Deutschland beraten. Die Länder befürworten Robotaxi-Tests mit bundeseinheitlichen Vorgaben und wollen Modellregionen in den Regelbetrieb bringen. Zu FSD Supervised für deinen privaten Tesla gibt es dagegen keinen Beschluss.
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Was die Verkehrsministerkonferenz beschlossen hat
Den Vorsitz hatte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger war bei den Beratungen dabei. Die Ergebnisse stammen aus der Pressemitteilung des bayerischen Verkehrsministeriums vom 22. Oktober. Den Beschlusstext gibt es noch nicht. Die Beschlüsse sollen laut Pressemitteilung erst im Lauf der nächsten Tage auf der Homepage der VMK erscheinen. Bis dahin stammen die Angaben aus der Zusammenfassung des Vorsitzlandes.
Laut Pressemitteilung bekräftigt die VMK das gemeinsame Ziel von Bund und Ländern, Deutschland zu einem Leitmarkt für autonomes und vernetztes Fahren zu entwickeln. Dafür sollen Modellregionen entstehen, die aus der Erprobung in einen skalierbaren Regelbetrieb übergehen. Der Bund soll seine Förderung erheblich erhöhen. Künftig sollen neben den Fahrzeugen auch Leitstellen und Technische Aufsicht gefördert werden. Dazu kommen digitale und physische Infrastruktur. Auch Kosten für die Systemintegration und den Hochlauf sollen zählen. Das ist eine Forderung an den Bund. Eine Zusage über Geld gibt es dazu bislang keine.
Robotaxi-Tests mit bundeseinheitlichen Vorgaben
Die VMK befürwortet die Erprobung von Robotaxen mit bundeseinheitlichen Vorgaben. Grundlage ist ein Eckpunktepapier einer Länderarbeitsgruppe. Laut Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer fiel dieser Beschluss einstimmig. Die Arbeitsgruppe soll die rechtlichen Folgen autonomer Verkehre und ihre Wirkung auf den Wettbewerb fortlaufend bewerten. Langfristig soll daraus ein Vorschlag für einen dauerhaften Rechtsrahmen werden. Das Eckpunktepapier selbst ist bislang nicht offiziell veröffentlicht.
Gemeint sind hier fahrerlose Dienste auf Level 4 nach der Norm SAE J3016. Solche Fahrzeuge fahren in einem festgelegten Gebiet ohne Fahrer am Steuer und werden aus einer Leitstelle überwacht. Thüringens Minister Steffen Schütz sieht darin vor allem eine Ergänzung zum öffentlichen Verkehr auf dem Land. Modellregionen betreffen also Shuttles und Robotaxis im Nahverkehr. Davon zu unterscheiden ist das Tesla-Shuttle für Lehrkräfte in Grünheide. Dort fährt FSD Supervised mit Begleitfahrer am Steuer, also kein Level 4 und kein Projekt der VMK.
Bundesratsinitiative: Forderungen aus Niedersachsen und dem Saarland
Schon am 16. Oktober haben Niedersachsen und das Saarland im Bundesrat die Initiative „Deutschland zum Leitmarkt für autonomes Fahren entwickeln“ eingebracht. Laut niedersächsischem Wirtschaftsministerium hat die Mehrheit der Länder den Vorstoß unterstützt. Die Initiative will Fördermittel auf wenige leistungsfähige Modellregionen bündeln. Sensible Fahrzeug- und Sensordaten sollen grundsätzlich im europäischen Rechtsraum verarbeitet werden. Für außereuropäische Technologieanbieter fordert sie klare Leitplanken. Für US-Anbieter wie Tesla könnte das später relevant werden. Beschlossenes Recht ist es bislang nicht.
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FSD Supervised: Zuständig sind KBA und EU
In der Pressemitteilung kommt FSD Supervised für private Autos gar nicht vor. Die Länder sind dafür auch nicht zuständig. Über die Zulassung eines Fahrassistenten wie FSD Supervised entscheiden das Kraftfahrt-Bundesamt und auf EU-Ebene der Fachausschuss TCMV. Die Vorgeschichte dazu steht im Beitrag zur Abstimmung im TCMV. Den aktuellen Stand der FSD-Prüfung beim KBA beschreibt ein eigener Beitrag.
Bilger saß zwar mit am Tisch. Zu FSD nennt die Pressemitteilung von ihm aber keine Aussage. Seine bisherige Linie des Ministers zur FSD-Zulassung bleibt damit der Stand.
Laut Teslas Quartalsbericht ist FSD Supervised in neun EU-Ländern freigegeben. Deutschland gehört bislang nicht dazu. Elon Musk sagte im Call, er wäre überrascht, wenn die EU-weite Freigabe länger als bis zum ersten Quartal 2027 dauert. Das ist Musks Erwartung und keine Zusage. Mehr dazu steht bei Musks Aussagen im Q3-Call.
Teslas Robotaxi-Pläne und Deutschland
Laut Quartalsbericht fährt Teslas Robotaxi-Dienst bislang in Austin, seit dem 3. September auch mit dem Cybercab. Hintergrund liefert der Beitrag zu Teslas Robotaxi in Austin. Einen Termin für Deutschland nennt der Bericht nicht. Die bundeseinheitlichen Vorgaben für Robotaxi-Tests könnten künftig auch für Tesla gelten. Wie sie genau aussehen, zeigt erst das Eckpunktepapier.
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Fazit: Was der VMK-Beschluss für autonomes Fahren in Deutschland bedeutet
Für autonomes Fahren in Deutschland setzen die Länder auf Robotaxis und Shuttles auf Level 4 in Modellregionen. Für deinen eigenen Tesla ändert der Beschluss vorerst nichts. Ob FSD Supervised hierzulande fahren darf, klären weiter das KBA und die EU.
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Quellen
- Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, Pressemitteilung vom 22.10.2026: https://www.stmb.bayern.de/med/pressemitteilungen/pressearchiv/2026/122b/index.php
- Verkehrsministerkonferenz, Sitzung 21./22.10.2026 (Beschlüsse laut StMB im Lauf der nächsten Tage): https://www.verkehrsministerkonferenz.de/VMK/DE/termine/sitzungen/26-10-21-22.html
- VerkehrsRundschau, Beschlüsse der VMK: https://www.verkehrsrundschau.de/nachrichten/transport-logistik/verkehrsministerkonferenz-das-sind-die-beschluesse-fuer-den-gueterverkehr-3924969
- Niedersächsisches Wirtschaftsministerium, Bundesratsinitiative vom 16.10.2026: https://www.mw.niedersachsen.de/startseite/uber_uns/presse/presseinformationen/niedersachsen-fordert-mehr-tempo-beim-autonomen-fahren-254642.html
- Tesla Q3 2026 Shareholder Update, SEC 8-K Exhibit 99.1: https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1318605/000162828026066738/exhibit9914.htm
- Tesla Q3 2026 Earnings Call, Transkript: https://stockanalysis.com/stocks/tsla/transcripts/712902-q3-2026/
- SAE J3016, Stufen der Fahrautomatisierung: https://www.sae.org/standards/content/j3016_202104/
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