Tesla FSD-Sicherheitsdaten: Reuters zur RDW-Prüfung

Neu seit dem 7. Oktober: Reuters hat am 7. Oktober einen Sonderbericht darüber veröffentlicht, wie die niederländische Zulassungsbehörde RDW Teslas FSD geprüft hat, und dafür auch Forscher zu den FSD-Sicherheitsdaten aus Teslas Europa-Studie befragt. Der EU-Ausschuss TCMV hat am 6. Oktober über den Antrag beraten, ohne abzustimmen. Ein EU-Votum ist nach übereinstimmenden Berichten frühestens im Dezember 2026 möglich. FSD (Supervised) ist laut FSD-EU-Tracker (Abruf 12.10.2026) in 8 von 27 EU-Staaten national freigegeben, in Deutschland prüft das KBA weiter (mehr dazu im aktuellen FSD-Status für Deutschland).

Tesla Europe hat auf X angekündigt, eines der zentralen Sicherheitsnachweise für FSD Supervised öffentlich zu machen. Das Dashboard lag bisher bei den Behörden. Es war Teil der Unterlagen für die niederländische Zulassung und ging im April an alle EU-Mitgliedstaaten.

Tesla hat das Dashboard am 1. September veröffentlicht, gut einen Monat vor der Sitzung des EU-Ausschusses TCMV am 6. Oktober. Für dich in Deutschland ändert sich am grauen Button damit noch nichts. Du kannst dir aber ansehen, womit Tesla die Freigabe begründet.

Was Tesla sagt

Zum 1. September war FSD Supervised laut Tesla in fünf Ländern freigegeben: Niederlande, Dänemark, Belgien, Estland und Litauen. Mehr als 70.000 Kunden nutzen es dort. Tesla spricht von über einer Million Kilometer pro Tag und von 4,1-mal weniger Kollisionen als beim manuellen Fahren, gemessen über 100 Millionen Kilometer auf öffentlichen EU-Straßen.

Zum System: Tesla hat FSD an die europäische Regelung UN-R171 (DCAS) angepasst und für einzelne Verhaltensweisen eine Ausnahme nach Artikel 39 beantragt. Das jetzt offene Dashboard soll genau diese Ausnahmen belegen. Die Daten stammen aus der Zeit vor der RDW-Zulassung vom 10. April.

In weiteren Posts nennt Tesla niedrigere Müdigkeitsereignisse auf der Autobahn (−67 %), weniger kleine Kollisionen beim Spurwechsel (−99 % Autobahn / −93 % außerorts, 377 Millionen Manöver) und weniger Notbremsungen (AEB bis −84 %, harsh braking −81 %) im Vergleich zu manuell gefahrenen Teslas. Das bleibt Herstellerangabe. Das Dashboard findest du hier: Article 39: FSD (Supervised) Dashboard.

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Warum das für dich in DE zählt

Bisher blieb vieles hinter Geschäftsgeheimnissen. Reuters berichtete im August, dass Behörden in mehreren Ländern, darunter Deutschland, Testdaten nicht herausgeben. Tesla Europe dreht das jetzt teilweise um und stellt selbst ein Stück der Akte online.

Für eine EU-weite Freigabe braucht es im Ausschuss die qualifizierte Mehrheit: mindestens 15 von 27 Staaten und 65 Prozent der Bevölkerung. Zum 1. September waren es fünf Staaten mit rund 8,9 Prozent der EU-Bevölkerung. Laut FSD-EU-Tracker (Abruf 12.10.2026) sind es inzwischen 8 von 27 Staaten mit rund 12,6 Prozent. Ohne Ja bleibt FSD Supervised in Deutschland aus, wie wir bei 100 Millionen FSD-Kilometern nebenan eingeordnet haben.

Der Eifel-Shuttle mit Sicherheitsfahrer ist weiter kein Beleg für private Nutzung. Und Tesla-Zahlen sind keine Behördengutachten. Am 7. Oktober hat Reuters dazu sieben Verkehrssicherheitsforscher zitiert. Ihre Einwände kannst du unter RDW-Prüfung und Sicherheitsstudie nachlesen.

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RDW-Prüfung und Sicherheitsstudie: was Reuters berichtet

Reuters hat am 7. Oktober 2026 einen Sonderbericht der Reporter Chris Kirkham, Abhirup Roy und Marie Mannes veröffentlicht. Grundlage sind hunderte Seiten E-Mail-Verkehr zwischen Tesla und Behörden aus sieben europäischen Ländern, darunter die RDW in den Niederlanden. Dazu hat Reuters sieben Verkehrssicherheitsforscher befragt, die sich Teslas Sicherheitsstudien angesehen haben.

Laut der Korrespondenz haben RDW-Mitarbeiter Teile der FSD-Prüfung gelockert, nachdem Tesla sich wiederholt beschwert hatte. Ein Beispiel sind die Prüfkosten. Im April 2025 beanstandete Tesla eine Aufstellung der RDW über 365.000 Euro für die fünf Monate bis März 2025. Eine Woche später bot die RDW laut Reuters an, den Prüfaufwand künftig zu verringern.

Im Dezember 2024 kritisierte Tesla die Anreise eines Prüfers zu bestimmten Tests als Zeitverlust. Die RDW schlug daraufhin vor, einen Teil der Tests aus der Ferne zu beobachten. Ein von der RDW gewünschtes Treffen zu Teslas Software-Updates per Funk (OTA) stellte Tesla im Januar 2025 infrage und bot eine schriftliche Zusammenfassung an. Fünf Fachleute für die Regulierung autonomer Fahrzeuge haben die Korrespondenz für Reuters gelesen. Sie sehen darin Anlass, an der Unparteilichkeit der RDW zu zweifeln.

Die RDW erklärt, sie bewerte Fahrerassistenzsysteme aller Hersteller objektiv und unabhängig. Der Austausch mit einem Hersteller gehöre routinemäßig zur Bewertung und beeinträchtige weder die Unabhängigkeit noch die Gründlichkeit der Prüfung. Tesla hat auf die ausführlichen Fragen von Reuters nicht geantwortet.

Der zweite Teil des Berichts betrifft Teslas Europa-Studie. Gemeint ist die Studie, die Tesla Europe am 1. September auf X öffentlich gemacht hat und die laut Tesla schon im April an die EU-Mitgliedstaaten ging. Sie vergleicht FSD-Fahrten von Teslas eigenen Testfahrern mit allen Teslas, die normale Halter in Europa von Hand fahren. Weil die mit FSD gefahrene Strecke für einen Vergleich der Unfallraten zu klein war, nutzt Tesla laut Reuters Ersatzmerkmale wie harte Bremsungen. Alle sieben Forscher sagen, dass die Studie keinen Beleg dafür liefert, dass FSD tödliche Unfälle verhindert. Tesla schreibt im Kleingedruckten der Studie selbst, dass die Vergleiche nicht als kausale Schätzungen zu verstehen sind.

Die Daten im Dashboard stammen laut Tesla aus der Zeit vor April 2026. Die Angabe von 4,1-mal weniger Kollisionen bezieht Tesla Europe auf die fünf Monate vor dem 1. September. Mit dieser Zahl befasst sich der Reuters-Bericht nicht.

FSD (Supervised) ist ein Fahrerassistenzsystem. Wer es nutzt, bleibt verantwortlich und muss jederzeit eingreifen können. In Deutschland ist FSD (Supervised) weiterhin nicht freigegeben.

Ein nationaler Weg über Art. 39 Abs. 5 würde auf der Genehmigung der RDW aufbauen. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hat diesen Weg am 6. Oktober als Möglichkeit genannt, für den Fall, dass eine Verständigung auf EU-Ebene nicht gelingt (Bilger zur FSD-Zulassung). Eine Stellungnahme von BMV oder KBA zum Reuters-Bericht ist bis zum 8. Oktober nicht bekannt.

Quellen: Reuters-Sonderbericht vom 7. Oktober 2026 (Kirkham, Roy, Mannes), Volltext über Devdiscourse; Tesla Europe auf X, 1. September 2026.

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Fazit

Tesla Europe hat vor der TCMV-Sitzung am 6. Oktober Sicherheitsunterlagen öffentlich gemacht, die bisher nur den Staaten vorlagen. In deinem Auto in Deutschland bleibt FSD Supervised gesperrt, bis KBA und EU-Ausschuss anders entscheiden.

Wenn du den Stand verfolgst: Dashboard von Tesla Europe ansehen, den Dezember als frühesten möglichen Termin für ein EU-Votum im Kalender, Tesla-Statistik als Herstellerangabe lesen, nicht als Freigabe für die Autobahn nach München. Wer das Thema mit Humor nimmt, findet passende FSD Sticker im Shop.

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